In Daniel Kehlmanns erfolgreichem Roman „die Vermessung der Welt“ werden die beiden Biografien der großen Deutschen Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß gegenübergestellt. In einer Episode des Romans, der die fiktive Biografie von Gauß wiedergibt, wandert Gauß mit seinem Sohn durch die Wälder Göttingens mit dem Auftrag, die Umgebung zu vermessen. Die Arbeit der beiden ist sehr mühselig und verdeutlicht, wie weit die Technik seitdem vorangeschritten ist. Die mathematischen Prinzipien zur Vermessung haben nach wie vor ihre Gültigkeit, doch hat moderne Technik in den Alltag von Vermessungsbüros Einzug erhalten und erleichtert die Arbeit der Vermesser allgemein.
Von der Geodäsie zur Ingenieurvermessung
Die Vermessung die Gauß in dem Roman vornimmt, ist der Geodäsie zuzurechnen, also der geographischen Vermessung der Erdoberfläche. Das Hauptwerkzeug, das hierbei zum Einsatz kommt, ist der sogenannte Nivellier, mit dem Höhenunterschiede gemessen werden können. Moderne Nivellier sind teilweise bereits mit einer SD-Speicherkarte ausgestellt, auf die die gesammelten Messungen gespeichert werden können, um diese dann später am Computer auszuwerten. Auch in der Ingenieurvermessung kommt der Nivellier zu Einsatz. Durch die computergestützte Vermessung ist die Arbeit der Vermessungsbüros bei der Ingenieurvermessung erheblich erleichtert worden. Mit Hilfe der modernen Technik werden nicht nur die zu vermessenden Gelände und Gebäude erfasst, sondern die Auswertungen auch mittels Datenfernübertragung an die zuständigen Katasterämter weitergeleitet. Aufgrund dieses technischen Fortschritts ist es den beteiligten möglich, in viel kürzerer Zeit Messungen durch zu führen, was auch zu einer schnelleren Genehmigung von geplanten Bauvorhaben führt.
Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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